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Mathe-Lehrplan Baden-Württemberg: alle Themen von Klasse 1 bis zum Abitur

Baden-Württemberg ordnet Mathe-Inhalte in Doppelstufen, und mit G9 neu gelten zurzeit mehrere Plan-Fassungen nebeneinander. Hier sehen Sie, was wann dran ist und wo wir es erklären.

In Baden-Württemberg gilt für Mathematik der Bildungsplan 2016. Er besteht aus Leitgedanken, prozessbezogenen Kompetenzen und inhaltsbezogenen Kompetenzen, die nach Leitideen geordnet sind. In der Grundschule heißen die Leitideen Zahlen und Operationen, Raum und Form, Größen und Messen sowie Daten und Zufall. Ab Klasse 5 sind es Zahl, Variable, Operation, Messen, Raum und Form, Funktionaler Zusammenhang sowie Daten und Zufall.

Der Plan wird überarbeitet und liegt deshalb in drei Fassungen vor: der Urfassung vom 23. März 2016, der Fassung V2 vom 29. Februar 2024 (angepasst an die KMK-Bildungsstandards von 2022) und der Fassung V3.0 vom 21. Mai 2026 für das neunjährige Gymnasium („G9 neu“). Welche Fassung für eine Klasse gilt, hängt vom Schuljahr ab. Der Stand dieser Übersicht ist der 14. Oktober 2026.

Grundschule: Klasse 1 bis 4

Der Plan nennt zwei Doppelstufen und unterteilt jede Leitidee in Teilbereiche, etwa „Zahldarstellungen und Zahlbeziehungen verstehen“ oder „Rechenoperationen verstehen und beherrschen“. Die Übersicht unten fasst die Inhalte zusammen.

Bildungsplan 2016 Mathematik Baden-Württemberg, Grundschule: Inhalte und passende Seiten
KlasseInhalte laut LehrplanHier erklärt und geübt
1/2Zahlen und Operationen: Zahlen bis 100 zählen, ordnen, lesen und schreiben, Anzahlen erfassen und zerlegen, dezimales Stellenwertsystem mit Bündeln; Grundvorstellungen der vier Grundrechenarten, Rechenstrategien, Umkehraufgaben, Zerlegungen bis 10, Einspluseins und Kernaufgaben des kleinen Einmaleins; arithmetische MusterPlus und Minus, Einmaleins, halbschriftlich rechnen, Plus-Minus-Aufgaben, Einmaleins üben, Zahlenmauern, Rechendreiecke, Stellenwerte
1/2Raum und Form: sich im Raum orientieren, Viereck, Dreieck und Kreis, Würfel und Kugel, einfache Abbildungen, Flächen legen und auslegen; Größen und Messen: Geldwerte, Längen und Zeit vergleichen und messen, Euro und Cent, Meter und Zentimeter, Uhrzeiten, Schätzen; Daten und Zufall: Daten erfassen und darstellen, einfache ZufallsexperimenteFormen und Körper, Symmetrie, Größen und Einheiten, Uhrzeit lesen, Geld rechnen, Daten und Zufall, Daten und Zufall üben
3/4Zahlen und Operationen: Zahlenraum bis 1.000.000 mit Stellenwerttafel und Zahlenstrahl, Runden, Zahlenfolgen; halbschriftliche Strategien, schriftliche Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division mit Rest, Überschlag und PlausibilitätStellenwerte und Zahlwörter, Runden, schriftlich addieren, subtrahieren, multiplizieren, dividieren, Schriftlich rechnen üben, Teilen mit Rest
3/4Raum und Form: ebene Figuren und Körper (Quader, Würfel, Kugel, Zylinder) beschreiben und herstellen, Quader- und Würfelnetze, Zeichnen mit Lineal, Geodreieck und Zirkel, Abbildungen, Umfang, Flächeninhalt und Rauminhalt messen und vergleichenKörper, Würfelnetze, Würfelnetze üben, Symmetrie üben, Fläche und Umfang
3/4Größen und Messen: Längen, Geld, Zeit, Gewichte und Rauminhalte messen und umwandeln, Größen als Bruchzahl (¼, ½, ¾), Messgeräte, Schätzen; Daten und Zufall: Tabellen, Schaubilder und Diagramme, Balken- und Säulendiagramm, Wahrscheinlichkeiten in Zufallsexperimenten vergleichenGrößen und Einheiten, Einheiten umrechnen, Sachaufgaben, Säulendiagramm, Daten und Zufall üben

Gymnasium: Klasse 5 bis 10

Am Gymnasium gliedert der Plan in die Doppelstufen 5/6, 7/8 und 9/10, danach folgen Klasse 11 und die Kursstufe. Die Tabelle gibt für Klasse 5 bis 8 die Fassung V3.0 (G9 neu) wieder und nennt die Abweichungen der Fassung V2 für Klasse 8. Die Tabellenzeilen für Klasse 9 und 10 zeigen den Plan von 2016, der im Schuljahr 2026/27 für diese Klassen noch gilt; in V3.0 verteilen sich diese Inhalte auf die Klassen 9 bis 11. Der Plan beschreibt, was bis zum Ende der Klassen 6, 8, 10, 11 und 13 erreicht sein soll.

Bildungsplan Mathematik Baden-Württemberg, Gymnasium Klasse 5 bis 10: Inhalte und passende Seiten
KlasseInhalte laut LehrplanHier erklärt und geübt
5/6 (V3.0)Zahl, Variable, Operation: Stellenwertsystem und Zahlbereiche N, Z und Q, natürliche Zahlen bis zur Billion, Primzahlen, Primfaktoren und Teilbarkeitsregeln, ganze Zahlen, Brüche als Anteil, Verhältnis und Operator, Umwandeln zwischen Bruch, Dezimalzahl und Prozent, Kopfrechnen, Überschlag und schriftliche Verfahren, Potenzen mit Quadratzahlen bis 20², Rechengesetze, einfache GleichungenGanze Zahlen, Primzahlen und Teiler, Brüche, Dezimalzahlen, Potenzen, Brüche üben, Teiler üben, Ganze Zahlen üben, Bruchrechner
5/6 (V3.0)Messen und Raum und Form: Einheiten und Größen, Umfang und Flächeninhalt von Rechteck, Dreieck, Trapez, Parallelogramm und Kreis, Kreiszahl π, Volumen und Oberfläche von Quader und Würfel; Lagebeziehungen, Winkel, Achsen- und Punktsymmetrie, Dreiecke, Vierecke, Körper, Koordinatensystem, Spiegelungen, Netze, Schrägbilder, Grund- und AufrissGrößen und Einheiten, Vierecke und Flächeninhalt, Kreis, Winkel, Symmetrie, Koordinatensystem, Würfel und Quader, Fläche und Umfang, Volumen und Oberfläche, Winkel berechnen
5/6 (V3.0)Funktionaler Zusammenhang und Daten und Zufall: Zahlenfolgen und Muster, proportionale und antiproportionale Zusammenhänge, Dreisatz, Maßstab; Datenerhebung mit Urliste und Häufigkeitstabelle, absolute und relative Häufigkeit, Balken-, Säulen- und Kreisdiagramme, Spannweite, Median und Mittelwert, irreführende DarstellungenDreisatz, Dreisatz üben, Maßstab, Zahlenfolgen, Diagramme, Mittelwert und Median, Lügen mit Statistik, Mittelwert üben
7/8 (V3.0 und V2)Zahl, Variable, Operation: Zahlterme mit rationalen Zahlen, Prozent-, Grund- und Prozentwert, Zinsen und Zinseszinsen, Terme mit Variablen, Ausmultiplizieren, Ausklammern, binomische Formeln, Formeln umstellen; Quadratwurzeln, irrationale Zahlen und Heron-Verfahren; lineare Gleichungen, Gleichungssysteme mit zwei Variablen und lineare Ungleichungen. Nur in V2 (Klasse 8 im Schuljahr 2026/27): zusätzlich quadratische Gleichungen mit Lösungsformel und Satz vom Nullprodukt, einfache BruchgleichungenProzentrechnung, Zinseszins, Terme vereinfachen, Binomische Formeln, Wurzeln, Heron-Verfahren, Gleichungen lösen, Gleichungssysteme, Ungleichungen, Quadratische Gleichungen, Bruchgleichungen, Zinsen üben, Gleichungen üben
7/8 (V3.0 und V2)Raum und Form: Winkelsätze (Scheitel-, Neben-, Stufen-, Wechselwinkel), Winkelsumme, Basiswinkelsatz, Satz des Thales; Konstruierbarkeit von Dreiecken, Mittelsenkrechte und Winkelhalbierende, Umkreis und Inkreis, Tangenten an Kreise; zentrische Streckung (auch mit negativem Streckfaktor) und Strahlensätze; in V3.0 zusätzlich Ähnlichkeit und Kongruenz mit ÄhnlichkeitssätzenWinkel an Geraden, Satz des Thales, Dreiecke, Konstruktionen, Tangente am Kreis, Kongruenz und Ähnlichkeit, Strahlensätze, Dreiecke üben, Strahlensätze üben, Strahlensatz-Rechner
7/8 (V3.0 und V2)Funktionaler Zusammenhang und Daten und Zufall: Funktionen als eindeutige Zuordnung, Darstellungswechsel, Proportionalität und Antiproportionalität, lineare Funktionen mit Steigung und Änderungsrate, Lage zweier Geraden; Daten aus Sekundärquellen bewerten, Zufallsexperimente, Gesetz der großen Zahlen, Laplace-Wahrscheinlichkeit, Baumdiagramm und Pfadregeln. Nur in V2: quadratische Funktionen in Normal-, Scheitel- und Linearfaktorform mit ExtremwertenFunktionen, Lineare Funktionen, Antiproportionalität, Quadratische Funktionen, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Lineare Funktionen üben, Scheitelpunkt üben, Wahrscheinlichkeit üben, Baumdiagramme üben
9/10 (Plan von 2016)Zahl, Variable, Operation: Normdarstellung und Potenzen mit rationalen Exponenten, Potenzgesetze; Wurzel-, Potenz- und Exponentialgleichungen, Logarithmus, Substitution; Zinseszins mit Kn = K0 · qn; Vektoren als Zahlentupel; Faktor-, Potenz- und Summenregel der Ableitung, Ableitung von Sinus und KosinusGebrochene Exponenten, Wissenschaftliche Notation, Wurzelgleichungen, Logarithmen, Zinseszins, Vektoren, Ableitung, Potenzen üben, Logarithmen üben, Wurzelgleichungen üben
9/10 (Plan von 2016)Messen und Raum und Form: Kreis als Grenzprozess, Gradmaß und Bogenmaß, Kreisbogen und Kreisausschnitt, Oberfläche und Volumen von Prisma, Pyramide, Zylinder, Kegel und Kugel, Prinzip von Cavalieri; Ähnlichkeitssätze, Satz des Pythagoras mit Kehrsatz, Sinus, Kosinus und Tangens; Geraden in Parameterform, Lagebeziehungen, Spurpunkte im SchrägbildKreis, Bogenmaß, Zylinder, Prisma, Pyramide, Kegel, Kugel, Satz des Pythagoras, Trigonometrie, Geraden im Raum, Volumen und Oberfläche, Trigonometrie üben
9/10 (Plan von 2016)Funktionaler Zusammenhang: Potenzfunktionen, Wurzelfunktion, Exponentialfunktionen mit Wachstum, Halbwerts- und Verdopplungszeit, ganzrationale Funktionen mit Nullstellen, Sinusfunktion und periodische Vorgänge; Differentialrechnung mit Änderungsrate, Ableitung als Tangentensteigung, Tangente und Normale, Monotonie, Extrempunkte, Krümmung und WendepunktePotenzfunktionen, Exponentialfunktion, Wachstumsmodelle, Ganzrationale Funktionen, Sinusfunktion, Ableitung, Kurvendiskussion, Wachstum und Zerfall, Sinusfunktion üben, Ableitungen üben
9/10 (Plan von 2016)Daten und Zufall: bedingte Wahrscheinlichkeit und Vierfeldertafel, stochastische Unabhängigkeit, Zufallsgrößen mit Erwartungswert, Bernoulli-Ketten, Formel von Bernoulli und Binomialkoeffizienten, Binomialverteilung mit Histogramm, Erwartungswert und StandardabweichungBedingte Wahrscheinlichkeit, Zufallsgrößen, Binomialverteilung, Kombinatorik, Bedingte Wahrscheinlichkeit üben, Binomialverteilung üben, Binomialverteilungs-Rechner

Oberstufe und Abitur

Die Oberstufe heißt in Baden-Württemberg Kursstufe und umfasst vier Halbjahre. Dort wählen Schülerinnen und Schüler Leistungsfächer mit je fünf Wochenstunden, alle anderen Fächer laufen als Basisfach. Mathematik kann beides sein; Deutsch und Mathematik müssen in jedem Fall in die schriftliche oder mündliche Abiturprüfung eingehen. Der Plan unterscheidet Basisfach und Leistungsfach: Das Leistungsfach hat mehr Themen, mehr Formalisierung und wissenschaftlichere Begründungen, das Basisfach ist stärker vorstrukturiert und arbeitet häufiger anschaulich.

Nach dem Plan von 2016 umfasst die Kursstufe die Klassen 11 und 12. In der Fassung V3.0 für G9 neu gibt es dagegen die Abschnitte „Klasse 11“ sowie „Klassen 12/13“ jeweils für Leistungsfach und Basisfach. Die Tabelle zeigt die Inhalte des Plans von 2016.

Bildungsplan Mathematik Baden-Württemberg, Kursstufe: Inhalte und passende Seiten
StufeInhalte laut LehrplanHier erklärt und geübt
Kursstufe, Basisfach und LeistungsfachAnalysis: natürliche Exponentialfunktion, zusammengesetzte Funktionen, Produkt- und Kettenregel, Extremwertprobleme und Funktionsterme aus Eigenschaften, bestimmtes Integral als Flächeninhalt und Bestandsveränderung, Stammfunktionen, Hauptsatz, Flächen zwischen GraphenExponentialfunktion, Ableitung, Extremwertaufgaben, Steckbriefaufgaben, Integralrechnung, Ableitungsregeln üben, Integrale üben, Integralrechner
Kursstufe, Basisfach und LeistungsfachVektorgeometrie und Gleichungssysteme: Skalarprodukt und Vektorprodukt, Ebenen in Parameter- und Koordinatengleichung, Lage von Gerade und Ebene sowie von zwei Ebenen, Schnittwinkel, Abstand Punkt-Ebene, Gauß-Verfahren in MatrixschreibweiseVektoren, Ebenen im Raum, Geraden im Raum, Gleichungssysteme, Vektoren üben, Ebenen üben, Ebenenrechner
Kursstufe, Basisfach und LeistungsfachStochastik: diskrete und stetige Zufallsgrößen, Normalverteilung mit Erwartungswert, Standardabweichung und Glockenkurve, Wahrscheinlichkeiten bei annähernd normalverteilten GrößenNormalverteilung, Normalverteilung üben, Normalverteilungs-Rechner
Zusätzlich im LeistungsfachAnalysis und Geometrie: Ableitung der natürlichen Logarithmusfunktion, Funktionenscharen, Eulersche Zahl und iterative Nullstellenverfahren, uneigentliche Integrale, Mittelwert einer Funktion, Rotationskörper; Abstände zwischen Geraden und Ebenen mit Hesse'scher Normalenform, Spiegelungen, Beweise mit VektorenLogarithmen, Funktionenscharen, Newton-Verfahren, Uneigentliche Integrale, Rotationskörper, Abstände im Raum, Funktionenscharen üben, Rotationskörper üben, Abstände üben
Zusätzlich im LeistungsfachStochastik: Hypothesentests bei binomialverteilten Zufallsgrößen, ein- und zweiseitig, Ablehnungsbereich, Signifikanzniveau, Fehler 1. und 2. Art und Einfluss des StichprobenumfangsHypothesentest, Hypothesentest üben, Hypothesentest-Rechner

Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschule

Für diese Schularten gibt es einen gemeinsamen Bildungsplan der Sekundarstufe I, der in Klassen 5/6, 7/8/9 und 10 gegliedert ist. Die Standards sind nach drei Niveaus markiert: Das G-Niveau (grundlegend) führt zum Hauptschulabschluss, das M-Niveau (mittel) zum Realschulabschluss, und das E-Niveau (erweitert) hat nur wenige Ausnahmen, die eigens markiert sind. Ein Teil der Standards in den Klassen 7 bis 9 wird für den Hauptschulabschluss nicht verlangt und trägt die Markierung „[MSA]“. In Klasse 5/6 unterscheiden sich die Niveaus zum Beispiel beim Dreisatz: Antiproportionale Zusammenhänge gehören erst im E-Niveau dazu.

So nutzen Sie diese Übersicht

Die Reihenfolge der Themen innerhalb einer Doppelstufe legt die Schule fest, ebenso die Verteilung auf die beiden Jahre. Die Klassenangaben auf unseren Lernseiten sind Richtwerte. Wegen der drei Fassungen lohnt ein Blick auf die Implementierungstabelle des Landes, wenn Sie wissen wollen, welche Fassung für Ihre Klasse gilt. Welche Bildungsstandards hinter unseren Seiten stehen, erklärt die Seite für Lehrkräfte, den ganzen Weg zeigt der Lernpfad.

Der Bildungsplan nennt neben den Leitideen sieben prozessbezogene Kompetenzen, darunter mathematisch argumentieren und beweisen, Probleme lösen und modellieren, und beschreibt in einem Operatoren-Kapitel, wie Aufgaben formuliert werden. Dazu passen Argumentieren und Begründen, Probleme lösen, Modellieren und Operatoren in Mathe.

Zu den meisten Themen gibt es kostenlose Arbeitsblätter mit Lösungen.

Quellen