Rechner · Klasse 12 bis Studium

Normalverteilung berechnen: Wahrscheinlichkeiten und Quantile

Gib Erwartungswert und Standardabweichung ein und berechne Wahrscheinlichkeiten unter der Gaußschen Glockenkurve, ohne Tabelle der Standardnormalverteilung. Der Rechner bestimmt auch Quantile und Intervalle, die eine gewünschte Wahrscheinlichkeit enthalten.

So benutzt du den Rechner

Trag den Erwartungswert μ und die Standardabweichung σ ein und wähle, was gesucht ist. Für Wahrscheinlichkeiten gibst du Grenzen ein, für Quantile und Intervalle eine Wahrscheinlichkeit wie 0,95. Die gesuchte Fläche wird unter der Glockenkurve eingefärbt. Der Rechner berechnet die Werte direkt und genauer als jede gedruckte Tabelle.

Die Gaußsche Glockenkurve

Viele Messgrößen streuen symmetrisch um einen Mittelwert: Körpergrößen, Messfehler oder die Füllmenge von Flaschen. Ihre Verteilung folgt oft der Normalverteilung mit der Dichte

φ(x)=1σ2π·e−(x−μ)22σ2

Wahrscheinlichkeiten sind Flächen unter dieser Kurve. Weil sich die Fläche nicht mit einer einfachen Stammfunktion berechnen lässt, standardisiert man mit z = (x − μ) : σ und verwendet die Verteilungsfunktion Φ der Standardnormalverteilung. Die Kurve trägt den Namen von Carl Friedrich Gauß, der sie 1809 für Messfehler in der Astronomie nutzte. Bis zur Einführung des Euro war sie zusammen mit seinem Porträt auf dem Zehnmarkschein abgebildet.

Die Faustregeln

Bei jeder Normalverteilung liegen etwa 68,3 % der Werte im Bereich μ ± σ, etwa 95,4 % in μ ± 2σ und 99,7 % in μ ± 3σ. Umgekehrt enthält das Intervall μ ± 1,96σ genau 95 % der Werte. Dieser Faktor 1,96 begegnet dir bei Konfidenzintervallen immer wieder. Im Modus „symmetrisches Intervall“ berechnet der Rechner solche Faktoren für jede Wahrscheinlichkeit.

Quantile: rückwärts rechnen

Oft ist die Wahrscheinlichkeit gegeben und die Grenze gesucht. Ab welchem IQ gehört man zu den besten 5 %? Gesucht ist x mit P(X ≤ x) = 0,95. Aus Φ(z) = 0,95 folgt z ≈ 1,645, also x = 100 + 1,645 · 15 ≈ 124,7.

Häufige Fragen

Warum ist P(X = 130) gleich 0?

Bei stetigen Verteilungen hat ein einzelner Punkt keine Fläche unter der Kurve. Sinnvoll sind nur Wahrscheinlichkeiten für Intervalle. Deshalb ist es auch egal, ob man ≤ oder < schreibt.

Wann darf ich die Binomialverteilung durch die Normalverteilung ersetzen?

Als Faustregel, wenn σ = √(n · p · (1 − p)) größer als 3 ist. Für die Grenzen nimmt man dann meist k ± 0,5 (Stetigkeitskorrektur). Mit dem Binomialverteilungsrechner kannst du aber auch direkt exakt rechnen.

Was ist die Standardnormalverteilung?

Die Normalverteilung mit μ = 0 und σ = 1. Jede andere Normalverteilung lässt sich durch die z-Transformation auf sie zurückführen, deshalb gibt es in Formelsammlungen nur ihre Tabelle.