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Mathematik lernen · Klasse 1–4

Daten und Zufall in der Grundschule

Wie viele Kinder mögen Hunde, und wie oft würfelst du eine Sechs? Du lernst, Daten zu sammeln und in Diagrammen darzustellen, Zufall mit Wörtern wie sicher und unmöglich zu beschreiben und Möglichkeiten zu zählen. Mit Tipps für Eltern und Lehrkräfte.

Wie viele Kinder in deiner Klasse mögen Hunde am liebsten? Und was passiert, wenn du würfelst? Das sind zwei Fragen, die zu zwei Themen gehören: Daten (Zahlen und Antworten sammeln, ordnen und zeigen) und Zufall (Dinge, die du nicht sicher vorhersagen kannst).

Die Seite ist für Kinder der Klassen 1 bis 4 geschrieben. Eltern und Lehrkräfte finden in den Kästen „Tipp für Eltern“ Übungsideen. Das Thema gehört zur Leitidee „Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit“ der Bildungsstandards für die Grundschule (Fassung von 2022). Welche Inhalte in welcher Klasse dran sind, legt das Bundesland fest. Für ältere Kinder gibt es die Seiten Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Strichliste und Tabelle

Die Klasse 3a hat 20 Kinder. Jedes Kind sagt, welches Tier es am liebsten mag. Du machst bei jeder Antwort einen Strich in der Strichliste. Beim fünften Strich ziehst du die Linie quer durch die vier anderen. So entstehen Fünferbündel, und du kannst schnell zählen: 5, 10, 15 und so weiter.

Lieblingstier Strichliste Anzahl Hund 7 Katze 5 Hase 3 Pferd 4 Fisch 1 Zusammen: 7 + 5 + 3 + 4 + 1 = 20 Kinder
Strichliste: Bei jeder Antwort machst du einen Strich. Der fünfte Strich geht quer durch die vier Striche davor, so zählst du schnell in Fünfern.

Zum Schluss zählst du die Striche und schreibst die Zahlen in eine Tabelle:

Lieblingstiere der Klasse 3a
TierAnzahl der Kinder
Hund7
Katze5
Hase3
Pferd4
Fisch1
Zusammen20

Die Probe: Wenn alle Kinder genau einmal geantwortet haben, muss die Summe 20 ergeben. Hier ist 7 + 5 + 3 + 4 + 1 = 20.

Diagramme lesen und zeichnen

Zahlen in einer Tabelle sind genau, ein Bild zeigt den Vergleich auf einen Blick. Zwei Bilder lernst du in der Grundschule kennen.

Das Säulendiagramm

Jede Säule steht für eine Antwort. Je höher die Säule, desto mehr Kinder haben sie gewählt.

0 2 4 6 8 Kinder 7 Hund 5 Katze 3 Hase 4 Pferd 1 Fisch
Säulendiagramm: Jede Säule zeigt, wie viele Kinder ein Tier am liebsten mögen. Die höchste Säule gehört zum Hund.

Das Bilddiagramm

Beim Bilddiagramm steht ein Symbol für mehrere Kinder. Das steht immer dabei. Ein halbes Symbol bedeutet die Hälfte.

Hund Katze Hase Pferd Fisch Ein Kreis bedeutet 2 Kinder, ein halber Kreis 1 Kind.
Bilddiagramm: Ein Kreis steht für 2 Kinder. Beim Hund sind es 3 ganze Kreise und ein halber: 3 · 2 + 1 = 7 Kinder.

Wenn du später mehr über Häufigkeiten und Diagramme lernst, hilft dir der Abschnitt Häufigkeiten und Diagramme der Seite Statistik.

Eine Umfrage in der Klasse

Bei einer Umfrage fragst du viele Menschen dasselbe und sammelst die Antworten. So gehst du vor:

  1. Überlege dir eine Frage, die man mit wenigen Antworten beantworten kann: „Welche Jahreszeit magst du am liebsten?“
  2. Lege die möglichen Antworten fest: Frühling, Sommer, Herbst, Winter.
  3. Frage alle Kinder und mache für jede Antwort einen Strich.
  4. Zähle die Striche und schreibe eine Tabelle.
  5. Zeichne ein Säulendiagramm oder ein Bilddiagramm.
  6. Beantworte Fragen zum Bild und sage, was dir auffällt.

Wichtig ist, dass jedes Kind nur einmal antwortet und dass die Frage gut verständlich ist. „Magst du Tiere?“ bringt wenig, weil fast alle „ja“ sagen. Mehr dazu, wie man Daten richtig erhebt, steht im Abschnitt Daten erheben.

Zufall: sicher, möglich, unmöglich

Manche Dinge sind ganz sicher, andere ganz und gar unmöglich. Dazwischen gibt es Dinge, die vom Zufall abhängen. Mit Wörtern kannst du beschreiben, wie leicht sie passieren:

unmöglich eine 7 mit einem Würfel würfeln unwahrscheinlich dreimal hintereinander eine 6 würfeln möglich Münze zeigt Zahl wahrscheinlich rote Kugel aus 9 roten und 1 blauen sicher Nach Montag kommt Dienstag
Wie wahrscheinlich ist ein Ereignis? Links steht „unmöglich“, rechts „sicher“. Dazwischen liegen die anderen Stufen.
  • Sicher: Es passiert immer. Aus einem Beutel mit lauter roten Kugeln ziehst du eine rote.
  • Unmöglich: Es passiert nie. Mit einem normalen Würfel kannst du keine 7 würfeln.
  • Möglich: Es kann passieren oder nicht. Eine Münze zeigt „Zahl“.
  • Wahrscheinlich: Es passiert oft. Aus einem Beutel mit 9 roten und 1 blauen Kugel ziehst du eine rote.
  • Unwahrscheinlich: Es passiert selten, ist aber nicht unmöglich. Du würfelst dreimal hintereinander eine 6.

Würfel und Glücksrad

Ein Würfel hat sechs Seiten. Bei einem guten Würfel ist jede Zahl gleich wahrscheinlich. Trotzdem kommt nicht jede Zahl genau gleich oft. Hier hat ein Computer 60 Mal gewürfelt:

0 4 8 12 Anzahl 10 1 4 2 12 3 10 4 13 5 11 6 wäre gleich
60 Würfe, vom Computer gewürfelt. Die gestrichelte Linie zeigt 10 Würfe pro Zahl. Nur die 1 und die 4 kamen genau 10 Mal vor, die 2 nur 4 Mal. Das ist beim Würfeln normal.

Die 5 kam 13 Mal, die 2 nur 4 Mal. Bei nur 60 Würfen schwanken die Ergebnisse stark. Ein Computer hat auch 6000 Mal gewürfelt. Dann liegen alle Zahlen viel näher zusammen:

Würfelversuch am Computer
Anzahl der Würfekleinster Anteil einer Zahlgrößter Anteil einer Zahl
604 von 60 (6,7 %)13 von 60 (21,7 %)
6000964 von 6000 (16,1 %)1067 von 6000 (17,8 %)

Ein Sechstel sind etwa 16,7 %. Je öfter du würfelst, desto näher kommen alle Anteile an diesen Wert. Probiere es selbst aus: Würfle 60 Mal und mache eine Strichliste.

Am Glücksrad entscheidet ein Zeiger. Je größer ein Feld ist, desto wahrscheinlicher bleibt der Zeiger dort stehen.

rot blau gelb grün rot blau gelb Glücksrad A Glücksrad B vier gleich große Felder rot ist das halbe Rad
Zwei Glücksräder. Bei Rad A ist jede Farbe gleich wahrscheinlich. Bei Rad B ist rot am wahrscheinlichsten, weil rot das halbe Rad ausmacht.
  • Bei Rad A haben alle vier Farben gleich große Felder. Jede Farbe ist gleich wahrscheinlich.
  • Bei Rad B nimmt rot das halbe Rad ein. Rot ist am wahrscheinlichsten, blau und gelb sind gleich wahrscheinlich.

Wie viele Möglichkeiten gibt es?

Lina hat 3 T-Shirts (rot, blau, gelb) und 2 Hosen (kurz, lang). Wie viele verschiedene Outfits kann sie anziehen? Du kannst alle aufschreiben oder ein Baumdiagramm zeichnen. Vom Start gehen so viele Äste ab, wie es T-Shirts gibt. An jedem Ast hängen so viele Zweige, wie es Hosen gibt.

T-Shirt Hose rot 1 rot + kurz 2 rot + lang blau 3 blau + kurz 4 blau + lang gelb 5 gelb + kurz 6 gelb + lang Start 3 · 2 = 6 Möglichkeiten
Das Baumdiagramm zeigt alle Möglichkeiten: 3 T-Shirts mal 2 Hosen ergibt 6 verschiedene Kombinationen.

Du zählst sechs Enden, also sechs Möglichkeiten. Schneller geht es mit der Mal-Rechnung: 3 · 2 = 6.

Bei Aufgaben mit mehreren Schritten, zum Beispiel beim Ziehen von Kugeln, zeigt das Baumdiagramm später auch die Wahrscheinlichkeiten. Weitere Zählverfahren stehen bei Kombinatorik.

Typische Fehler

Übungen

Geschichte: Bilder für Zahlen und Spiele mit Würfeln

Würfel sind uralt. Schon in der Antike spielte man mit Würfeln, die auch aus Tierknochen gemacht wurden. Über die Wahrscheinlichkeit beim Würfeln dachten Mathematiker aber erst viel später nach. Im Jahr 1654 schrieben sich Blaise Pascal und Pierre de Fermat Briefe über ein Würfelspiel. Das gilt als Anfang der Wahrscheinlichkeitsrechnung (siehe Fermat und Pascal).

Bilder statt Zahlen sind eine gute Idee, damit Daten alle verstehen. Der Österreicher Otto Neurath entwickelte zusammen mit dem Grafiker Gerd Arntz die Bilderschrift Isotype (1936), die mit einfachen Symbolen Zahlen zeigt. Sie ist ein Vorbild für unsere Bilddiagramme.

Häufige Fragen

Warum kommt beim Würfeln nicht jede Zahl gleich oft?

Weil der Zufall entscheidet. Nur wenn man sehr oft würfelt, werden die Anteile fast gleich. Bei wenigen Würfen sind Unterschiede ganz normal.

Muss ein Säulendiagramm bei 0 anfangen?

Ja. Wenn die Achse später beginnt, wirken kleine Unterschiede zwischen den Säulen viel größer, als sie sind. Das kann täuschen.

Wie erkläre ich meinem Kind „Zufall“?

Mit einem Versuch: Eine Münze 20 Mal werfen, vorher raten und danach auszählen. Das Kind sieht, dass sich der Zufall nicht vorhersagen lässt, aber auf lange Sicht ein Muster zeigt.

Was kommt in der weiterführenden Schule?

Dort lernt man, Wahrscheinlichkeiten als Bruch oder Prozent anzugeben, den Mittelwert zu berechnen (siehe Mittelwert und Median) und Baumdiagramme mit Wahrscheinlichkeiten zu zeichnen.

Quellen und weiterführende Literatur

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