Von 40.000 v. Chr. bis heute

Geschichte der Mathematik

Eine Zeitreise durch 40.000 Jahre Zahlen, Formen und Beweise: von den Tontafeln Babylons über Euklid, al-Chwarizmi und Euler bis zu den großen Problemen der Gegenwart.

Epochen
17
Mathematiker
96

Wusstest du?

Das Wort „Sinus“ geht der Überlieferung nach auf einen Übersetzungsfehler zurück. Indische Gelehrte nannten die halbe Sehne jya, arabische Übersetzer machten daraus jiba. Man las das Wort ohne Vokale wie jayb, „Busen“ oder „Bucht“, und setzte im 12.…

Mehr: Claudius Ptolemäus

Michael Stifel versuchte sich auch an Zahlenmystik. Aus Bibelstellen errechnete er, die Welt werde am 19. Oktober 1533 um 8 Uhr morgens untergehen. Viele Bauern seiner Gemeinde Lochau sollen daraufhin ihr Hab und Gut verschenkt haben. Als der Tag ereignislos…

Mehr: Mathematik des 16. Jahrhunderts

Das englische Schatzamt verbuchte Zahlungen bis 1826 auf Kerbhölzern. Als man die ausgemusterten Stäbe 1834 in einem Ofen des Parlaments verbrannte, geriet das Feuer außer Kontrolle, und der alte Palace of Westminster brannte fast vollständig nieder. Das…

Mehr: Prähistorische Mathematik

Zeitreise

Die Epochen der Mathematikgeschichte

Von Kerbknochen und Tontafeln über die Beweise der Griechen und die Algebra der islamischen Welt bis zu Computerbeweisen: 17 Kapitel, chronologisch erzählt.

Biografien

Köpfe, die die Mathematik geprägt haben

Alle 96 Mathematiker

Mathematik als Geschichte der Menschheit

Mathematik ist weit mehr als eine Sammlung von Formeln. Ihre Geschichte erzählt davon, wie Menschen gelernt haben, die Welt zu zählen, zu vermessen und vorherzusagen. Und sie zeigt, wie aus praktischen Rechenregeln eine Wissenschaft wurde, die nur das gelten lässt, was sich beweisen lässt. Auf dieser Website verfolgen wir diesen Weg in chronologischen Kapiteln: von Kerbknochen der Altsteinzeit über die Rechenschulen Mesopotamiens und Ägyptens bis zur Forschung des 21. Jahrhunderts.

Im Mittelpunkt stehen dabei immer auch die Menschen. Wir stellen über hundert Mathematikerinnen und Mathematiker vor, mit ihren Lebenswegen, Irrtümern und Durchbrüchen. Manche Ideen entstanden in einsamer Arbeit, andere in jahrzehntelangen Briefwechseln oder erbitterten Prioritätsstreitigkeiten wie dem zwischen Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz um die Erfindung der Infinitesimalrechnung.

Was dich auf dieser Website erwartet

  • Epochen: 17 Kapitel zeigen, was die großen Kulturen beigetragen haben, etwa das Stellenwertsystem der Babylonier, die Beweiskultur der Griechen, die Null und das Dezimalsystem aus Indien und die Algebra der islamischen Welt.
  • Biografien: Von Thales und Euklid über Hypatia, Euler und Gauß bis zu Emmy Noether, Alan Turing und Maryam Mirzakhani. Die Zeittafel wichtiger Mathematiker bietet den schnellen Überblick.
  • Mathematik lernen: Verständliche Erklärungen zu Arithmetik, Algebra, Geometrie, Analysis und weiteren Gebieten, mit Beispielen, Übungen und dem historischen Hintergrund.
  • Glossar: Wichtige Fachbegriffe kurz erklärt im Glossar.

Einige Höhepunkte der Mathematikgeschichte

Archimedes schloss den Kreis zwischen einem 96-Eck innen und außen ein und bewies so, dass π zwischen 310⁄71 und 31⁄7 liegt. Seine Methode nahm bereits Ideen der späteren Integralrechnung vorweg. Der indische Mathematiker Brahmagupta formulierte im 7. Jahrhundert erstmals Rechenregeln für die Null und negative Zahlen. Al-Chwarizmi gab der Algebra ihren Namen, und aus seinem Namen wurde das Wort „Algorithmus“.

Im 19. Jahrhundert entdeckten Bolyai und Lobatschewski, dass es neben der euklidischen noch andere widerspruchsfreie Geometrien gibt, und Georg Cantor zeigte, dass es verschieden große Unendlichkeiten gibt. Ada Lovelace beschrieb bereits 1843 einen Algorithmus für eine programmierbare Rechenmaschine, rund ein Jahrhundert bevor die ersten Computer gebaut wurden. Und 1994 bewies Andrew Wiles den Großen Fermatschen Satz, an dem sich Generationen über 350 Jahre lang die Zähne ausgebissen hatten.

Wie wir arbeiten

Alle Artikel werden anhand der Fachliteratur recherchiert und regelmäßig überarbeitet. Wo die Überlieferung unsicher ist (etwa bei vielen Anekdoten über antike Gelehrte), kennzeichnen wir das ausdrücklich. Abbildungen stammen überwiegend aus Wikimedia Commons und stehen unter freien Lizenzen; die Nachweise findest du direkt am Bild und gesammelt auf der Seite Bildnachweise. Mehr zum Projekt erfährst du unter Über dieses Projekt.