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Mathe-Lehrplan Thüringen: alle Themen von Klasse 1 bis zum Abitur

Thüringen hat seine Mathe-Lehrpläne 2026 neu gefasst, und sie treten Jahr für Jahr in Kraft. Diese Übersicht zeigt, welche Themen in welcher Klasse stehen, welcher Plan wann gilt und wo Sie die Themen hier üben können.

Thüringen hat für das Schuljahr 2026/27 neue Mathematik-Lehrpläne eingeführt, und zwar als Erprobungsfassung 2026 für die Grundschule, die Regelschule, die Gemeinschaftsschule und das Gymnasium. Sie ersetzen die älteren Pläne nicht auf einmal, sondern Jahrgang für Jahrgang. Stand dieser Übersicht ist der 14. Oktober 2026.

Alle neuen Pläne sind standard- und kompetenzorientiert und gliedern den Stoff in Lernbereiche. Sie beschreiben, was Schülerinnen und Schüler am Ende einer Klassenstufe oder Doppelstufe können sollen, nicht Stundenzahlen. Wie die Schule die Lernbereiche über die beiden Jahre einer Doppelstufe verteilt, schreiben die Pläne nicht vor.

Grundschule: Klasse 1 bis 4

Der Plan 2026 ordnet den Stoff fünf Leitideen zu: Zahl und Operation, Muster, Strukturen und funktionaler Zusammenhang, Größen und Messen, Raum und Form sowie Daten und Zufall. Er beschreibt die Ziele am Ende der Schuleingangsphase (Klasse 1 und 2) und am Ende von Klasse 4. Der Plan von 2010 hatte drei Lernbereiche: Arithmetik, Größen und Geometrie.

Mathematik in der Thüringer Grundschule nach dem Lehrplan 2026
KlasseInhalte laut LehrplanHier erklärt und geübt
1/2Zahlen bis 100 mit Stellenwerttafel (Einer, Zehner, Hunderter), Zahlen vergleichen und ordnen; Einspluseins und Einsminuseins bis 20, Kernaufgaben des Einmaleins, mündliches und halbschriftliches Rechnen; Muster, Zahlenfolgen, Zahlenmauern; Geld, Länge, Uhrzeit, Kalender; Lagebeziehungen, Wege auf Plänen, Körper formen und bauen, Flächen legen, Achsensymmetrie; Strichlisten, Tabellen, Zufallsexperimente wie Würfeln und MünzwurfZwanzigerfeld, Zahlenstrahl, Plus und Minus, Einmaleins, halbschriftlich rechnen, Zahlenmauern, Geld, Uhrzeit, Formen und Körper, Symmetrie, Daten und Zufall
3/4Zahlen bis zur Million mit Stellenwerten, Runden, Teilbarkeit; mündliche, halbschriftliche und schriftliche Verfahren, Division durch einstellige und wichtige zweistellige Divisoren, Punkt vor Strich, Überschlag; Zuordnungen und Proportionalität in Tabellen; Einheiten für Länge, Zeit, Masse und Hohlmaße, Bruchteile bei Größen; Netze von Würfel und Quader, Baupläne, Trapez, Parallelogramm, Raute, Umfang, Flächeninhalt, Rauminhalt, Spiegeln, Vergrößern und Verkleinern; Diagramme, arithmetisches Mittel, Kombinatorik mit Baumdiagramm, Glücksrad und ChancenStellenwerte, schriftlich addieren, schriftlich subtrahieren, schriftlich multiplizieren, schriftlich dividieren, Runden, Teiler, Punkt vor Strich, Größen und Einheiten, Bruchteile, Würfelnetze, Vierecke, Sachaufgaben, Daten und Zufall üben

Gymnasium: Klasse 5 bis 10

Das Gymnasium führt im Plan 2026 für Klasse 5/6, 7/8, 9 und 10 jeweils eigene Lernbereiche. Der Plan nennt die Ziele für das Ende von Klasse 6, 8, 9 und 10. Zusätzlich beschreibt er für jeden Lernbereich, was die Kinder aus der Grundschule mitbringen sollen (Lernausgangslage).

Mathematik am Thüringer Gymnasium, Klassenstufen 5 bis 10 (Plan 2026)
KlasseInhalte laut LehrplanHier erklärt und geübt
5/6Daten erfassen und darstellen; natürliche Zahlen bis zur Billion, Teilbarkeit, Primzahlen, Potenzen, Quadratzahlen bis 20², Zahlenfolgen; Größen und Maßstab; ebene Figuren und Körper mit Parallelen, Verschiebung, Achsenspiegelung, Netz und Schrägbild von Würfel und Quader; gebrochene Zahlen mit gemeinen Brüchen und Dezimalbrüchen, periodische Dezimalbrüche, Prozentangaben; Dreiecke und Kreise mit Winkelarten, Winkelsätzen, Mittelsenkrechte, Winkelhalbierende, Tangente, Satz des Thales; Kenngrößen wie Median, Quartil und Boxplot, relative Häufigkeit, Baumdiagramme; direkte Proportionalität und DreisatzZahlen, Primzahlen und Teiler, Potenzen, Größen und Einheiten, Koordinatensystem, Symmetrie, Würfel und Quader, Brüche, Dezimalzahlen, Winkel, Dreiecke, Konstruktionen, Statistik, Proportionalität und Dreisatz
7/8Antiproportionale Zuordnungen; rationale Zahlen mit Betrag; Terme und Gleichungen, binomische Formeln, Äquivalenzumformungen; Prozent- und Zinsrechnung mit Promille, Rabatt, Skonto, Mehrwertsteuer; Flächeninhalt von Dreieck, Parallelogramm und Trapez; Zufall, Laplace-Wahrscheinlichkeit, Baumdiagramm und Pfadregeln, Venn-Diagramme; Prismen, Pyramiden, Zylinder, Kegel und Kugel; reelle Zahlen mit Wurzeln; Kreis mit π, Umfang und Fläche; lineare Funktionen; Satz des PythagorasProportionalität, Ganze Zahlen, Terme, Gleichungen lösen, Binomische Formeln, Prozentrechnung, Zinsrechnung, Rabatt und Mehrwertsteuer, Flächeninhalt, Wahrscheinlichkeit, Baumdiagramm, Prisma, Pyramide, Zylinder, Kegel, Kugel, Wurzeln, Kreis, Lineare Funktionen, Satz des Pythagoras
9Lineare Gleichungssysteme (zwei Variablen von Hand, mehrere mit digitalem Werkzeug); Ähnlichkeit mit zentrischer Streckung, Hauptähnlichkeitssatz und Strahlensätzen; quadratische Funktionen (Scheitelpunktform) und quadratische Gleichungen mit Lösungsformel; verknüpfte Ereignisse, Vierfeldertafel, bedingte Wahrscheinlichkeit, Unabhängigkeit; zusammengesetzte KörperGleichungssysteme, Strahlensätze und Ähnlichkeit, Quadratische Funktionen, Scheitelpunkt, Quadratische Gleichungen, Bedingte Wahrscheinlichkeit, Vierfeldertafel-Rechner, Volumen und Oberfläche
10 (Einführungsphase)Potenzen mit rationalen Exponenten und Potenzgesetze; Potenzfunktionen mit ganzzahligen Exponenten, Grenzwert, Asymptoten, Wurzelfunktionen, Umkehrfunktion; Sinus, Kosinus und Tangens im rechtwinkligen Dreieck; Sinus- und Kosinusfunktion mit Bogenmaß und Parametern; Zufallsgrößen mit Erwartungswert und Histogramm; exponentielles Wachstum, Exponentialfunktionen, Logarithmus-Schreibweise. Wahlbereiche unter anderem Gleichungssysteme und Matrizen sowie Darstellende GeometriePotenzen, Potenzfunktionen, Trigonometrie, Sinusfunktion, Zufallsgrößen, Exponentialfunktion, Wachstumsmodelle, Logarithmen, Matrizen

Oberstufe und Abitur

Die Klasse 10 ist die Einführungsphase, Klasse 11 und 12 bilden die Qualifikationsphase. Ab Klasse 11 ist ein digitales Mathematikwerkzeug mit Computeralgebra verpflichtend. Wer nach dem Realschulabschluss ans Gymnasium wechselt, durchläuft eine eigene Einführungsphase in Klasse 11. Sie wiederholt und ergänzt unter anderem lineare Funktionen und Gleichungssysteme, quadratische Funktionen, bedingte Wahrscheinlichkeit, Potenz-, trigonometrische und Exponentialfunktionen sowie Zufallsgrößen.

Mathematik in der Qualifikationsphase in Thüringen (grundlegendes und erhöhtes Anforderungsniveau)
LernbereichInhalte laut Lehrplan (grundlegend; erhöht zusätzlich)Hier erklärt und geübt
AnalysisDifferenzenquotient und Ableitung als Änderungsrate, Grenzwert, Ableitungsregeln (Summen-, Potenz-, Faktor-, Produktregel), Extrem- und Wendepunkte, Tangenten, Extremwertprobleme; Stammfunktionen, Hauptsatz, bestimmtes Integral als Flächenbilanz und rekonstruierter Bestand. Erhöht: Logarithmusfunktion, Kettenregel, Funktionsscharen, Normalen, lineare Näherung, Integration mit innerer linearer Funktion, RotationskörperAbleitung, Kurvendiskussion, Extremwertaufgaben, Steckbriefaufgaben, Integralrechnung, Integrale üben, Funktionenscharen, Rotationskörper, Logarithmen
Analytische GeometrieVektoren, Betrag, lineare Abhängigkeit, Skalarprodukt, Vektorprodukt, Geraden in Parameterform, Ebenen in Parameter- und Koordinatenform, Lage von Punkt, Gerade und Ebene, Schnittpunkte und Schnittwinkel. Erhöht: Ebene-Ebene, Schnittmengen, Abstände von Punkten, Geraden und Ebenen (außer windschiefen Geraden), Geraden- und EbenenscharenVektoren, Geraden im Raum, Ebenen im Raum, Abstände im Raum, Vektoren üben, Ebenen üben
StochastikBernoulli-Ketten, Formel von Bernoulli, Binomialverteilung, Erwartungswert und Standardabweichung. Erhöht: Sigma-Regeln, Prognoseintervall, Konfidenzintervall, Stichprobenumfang und NormalverteilungBinomialverteilung, Binomialverteilung üben, Konfidenzintervalle, Normalverteilung

Regelschule und Gemeinschaftsschule

Die Regelschule und die Thüringer Gemeinschaftsschule haben eigene Pläne 2026, die in Klasse 5 bis 10 dieselben Lernbereiche nennen wie das Gymnasium. Die Unterschiede liegen in der Tiefe: Die Pläne beschreiben für viele Lernbereiche mehrere Anspruchsebenen, an der Regelschule zwei (I und II), an der Gemeinschaftsschule drei (I bis III). In Klasse 10 heißt der Lernbereich zur Wahrscheinlichkeit an der Regelschule „Bedingte Wahrscheinlichkeiten“, an der Gemeinschaftsschule „Berechnen von Wahrscheinlichkeiten“ und am Gymnasium „Zufallsgrößen“. Für Kurse der höchsten Anspruchsebene der Gemeinschaftsschule gibt es einen Wahlbereich, aus dem die Lehrkraft Themen auswählt.

Die passenden Lernseiten sind dieselben wie in den Tabellen oben. Für den Realschulabschluss sind zum Beispiel lineare Funktionen, der Satz des Pythagoras, quadratische Funktionen und Prozentrechnung wichtig.

So nutzen Sie diese Übersicht

Welche Reihenfolge innerhalb einer Doppelstufe gilt, entscheidet die Schule. Die Klassenangaben auf unseren Seiten sind Richtwerte. Weil die Pläne bis 2029/30 schrittweise gelten, kann derselbe Stoff in benachbarten Klassen noch nach verschiedenen Plänen unterrichtet werden. Wie sich unsere Lernseiten an den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz orientieren, steht unter Bildungsstandards und Lehrpläne. Im Lernpfad sind alle Lernseiten in einer sinnvollen Reihenfolge verlinkt, und unter Arbeitsblätter finden Sie kostenlose Übungen mit Lösungen.

Quellen