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Mathe-Lehrplan Berlin und Brandenburg: alle Themen von Klasse 1 bis zum Abitur

Berlin und Brandenburg unterrichten Mathe nach einem gemeinsamen Rahmenlehrplan für Klasse 1 bis 10. Hier sehen Sie, was auf welcher Niveaustufe verlangt wird, was die Oberstufe ergänzt und wo Sie die Themen üben können.

Für die Klassen 1 bis 10 gilt in Berlin und Brandenburg derselbe Rahmenlehrplan, Teil C Mathematik (Fassung 2023). In Brandenburg ist er seit dem 1. August 2023 in Kraft und gilt seit dem Schuljahr 2024/25 für alle Jahrgänge, in Berlin gilt er seit dem 1. August 2024 und seit 2025/26 für alle Jahrgänge. Für die gymnasiale Oberstufe haben beide Länder jeweils einen eigenen Fachteil Mathematik. Stand dieser Übersicht ist der 14. Oktober 2026.

Der Plan arbeitet nicht mit Klassenzielen, sondern mit acht Niveaustufen von A bis H. Als Faustregel soll Stufe B am Ende von Klasse 2, Stufe C am Ende von Klasse 4 und Stufe D am Ende von Klasse 6 erreicht sein. Welche Stufe in welcher Klasse und Schulform unterrichtet wird, legt der Plan fest, die genaue Themenfolge innerhalb der Doppelstufen bestimmt das schulinterne Curriculum. Die Inhalte sind in fünf Leitideen gegliedert: Zahlen und Operationen, Größen und Messen, Raum und Form, Gleichungen und Funktionen sowie Daten und Zufall.

Grundschule: Klasse 1 bis 6

In beiden Ländern besucht man die Grundschule bis Klasse 6. Die Schulanfangsphase (Klasse 1 und 2) arbeitet auf den Stufen A und B, in Teilen schon auf C. Klasse 3/4 gehört zur Stufe C, Klasse 5/6 zur Stufe D, in Berlin in Teilen schon zu E. Zahlenräume werden angepasst: Wo es nötig ist, bleibt man im Zahlenraum bis 20 oder bis 10.000.

Mathematik in der Grundschule Berlins und Brandenburgs (Rahmenlehrplan 2023)
KlasseInhalte laut LehrplanHier erklärt und geübt
1/2 (Stufen A, B)Mengen erfassen, Zahlen bis 100 als Menge, Bild, Wort und Ziffer, Bündeln, Stellenwerte, Zerlegen und Ergänzen bis 10; Plus und Minus mit Aufgabenfamilien, Verdoppeln und Halbieren, Einspluseins; Länge, Zeit und Geld; Körper und ebene Formen, Lagebeziehungen, Spiegelsymmetrie; geometrische und arithmetische Muster, Platzhalteraufgaben; Strichlisten, Tabellen, Würfel und Münzen mit „sicher“, „möglich“, „unmöglich“Zwanzigerfeld, Plus und Minus, Zahlenmauern, Verdoppeln und Halbieren, Einmaleins, Geld, Uhrzeit, Formen und Körper, Symmetrie, Daten und Zufall
3/4 (Stufe C)Zahlen bis zur Million, Stellenwerte, Runden, Vielfache, Teiler und Teilbarkeit durch 2, 5, 10 und 100, Quadratzahlen bis 100; halbschriftliche und schriftliche Verfahren für Addition, Subtraktion und Multiplikation, Punkt vor Strich, Klammern, Überschlag, Einmaleins über Kernaufgaben; Einheiten für Länge, Masse, Zeit und Hohlmaße, halbe, viertel und dreiviertel Größen, Umfang, Flächeninhalt und Volumen durch Auszählen; Parallelogramm, Trapez, Raute, Senkrechte und Parallelen zeichnen, Würfel- und Quadernetze; Platzhalter in Gleichungen; Kombinatorik, relative Häufigkeithalbschriftlich rechnen, schriftlich addieren, schriftlich subtrahieren, schriftlich multiplizieren, Stellenwerte, Runden, Teiler, Punkt vor Strich, Größen und Einheiten, Vierecke, Würfelnetze, Daten und Zufall üben
5/6 (Stufe D)Gemeine Brüche und Dezimalzahlen: Erweitern, Kürzen, Zahlenstrahl, Vergleichen, Runden, Rechnen mit Brüchen und Dezimalzahlen, Prozent als Darstellungsform; Teilbarkeitsregeln auch für 3, 4, 6, 9, 25 und 50, Primzahlen, gemeinsame Teiler und Vielfache; Umfang und Flächeninhalt, Quadrat- und Kubikeinheiten; Winkel, Dreiecke, Symmetrie, Netze, Kongruenz; Zuordnungen mit Dreisatz; Kennwerte wie Minimum, Maximum, Spannweite, Gewinnchancen bei SpielenBrüche, Bruchrechnen üben, Dezimalzahlen, Prozentrechnung, Primzahlen, Teiler, ggT, Ganze Zahlen, Winkel, Dreiecke, Proportionalität und Dreisatz, Dreisatz üben, Statistik

Gymnasium: Klasse 7 bis 10

Das Gymnasium beginnt in beiden Ländern mit Klasse 7. Der Plan ordnet jeder Klasse eine eigene Stufe zu und empfiehlt, die Standards der Stufen E und F sowie G und H in den Doppelstufen 7/8 und 9/10 geschickt miteinander zu verzahnen. Am Gymnasium kann in Klasse 8 schon auf Stoff der Stufen G und H vorgegriffen werden.

Mathematik am Gymnasium in Berlin und Brandenburg, Klasse 7 bis 10
KlasseInhalte laut LehrplanHier erklärt und geübt
7 (Stufe E)Rationale Zahlen mit Gegenzahl und Betrag, alle Grundrechenarten, Prozente als Operator; periodische Dezimalzahlen; lineare Gleichungen und Verhältnisgleichungen, Formeln umstellen, Terme umformen; direkte und indirekte Proportionalität; Umfang und Fläche von Dreiecken, Vierecken und Kreisen, Volumen und Oberfläche von Prismen und Zylindern; Satz des Thales, Satz des Pythagoras; Winkelsätze, Konstruktionen mit den Kongruenzsätzen, Kongruenz und Ähnlichkeit; Mittelwert, Modalwert, Median, Kreisdiagramme; Laplace-Regel, zweistufige Zufallsexperimente, Gesetz der großen ZahlenGanze Zahlen, Gleichungen lösen, Terme, Proportionalität, Kreis, Prisma, Zylinder, Satz des Pythagoras, Konstruktionen, Strahlensätze und Ähnlichkeit, Wahrscheinlichkeit, Statistik
8 (Stufe F)Potenzen mit natürlichen Exponenten, Zehnerpotenzen, Quadrat- und Kubikwurzel, π und Quadratwurzeln als irrationale Zahlen; Prozent-, Rabatt- und Zinsrechnung; lineare Gleichungen mit Klammern, lineare Gleichungssysteme mit zwei Variablen; lineare Funktionen mit Steigung und Achsenabschnitt; Pyramiden, Volumen und Oberfläche zusammengesetzter Körper, dynamische Geometriesoftware; Boxplot, Histogramm, Tabellenkalkulation; weitere Zufallsexperimente und KombinatorikPotenzen, Wurzeln, Prozentrechnung, Rabatt und Mehrwertsteuer, Zinsrechnung, Gleichungssysteme, Lineare Funktionen, Pyramide, Volumen und Oberfläche, Boxplot und Statistik, Wahrscheinlichkeit
9 (Stufe G)Reelle Zahlen, Potenzen mit negativen Exponenten, Potenzgesetze, Wurzelgesetze; Umformen mit binomischen Formeln, quadratische Gleichungen; lineare Gleichungssysteme rechnerisch; quadratische, trigonometrische und Exponentialfunktionen; Kegel, Kugel, Differenzkörper, Konstruktionen mit Thales und Pythagoras; Manipulationen in Diagrammen erkennen, Trends; Kombinatorik mit und ohne Zurücklegen, Baumdiagramm, Pfadregeln, Vierfeldertafel, bedingte Wahrscheinlichkeit, UrnenmodellPotenzen, Binomische Formeln, Quadratische Gleichungen, Quadratische Funktionen, Exponentialfunktion, Sinusfunktion, Trigonometrie, Kegel, Kugel, Kombinatorik, Bedingte Wahrscheinlichkeit, Baumdiagramm
10 (Stufe H)Logarithmen, Wurzel- und Potenzgleichungen, quadratische Ergänzung, Exponentialgleichungen, Gleichungen höheren Grades, lineare Gleichungssysteme mit drei Variablen; Potenzfunktionen mit ganzzahligen und rationalen Exponenten, Umkehrfunktionen, Systematisierung der Funktionstypen; Steigung ganzrationaler Funktionen und Skizze der Ableitungsfunktion; Wachstum und Zerfall; trigonometrische Beziehungen; Mittelwerte und Streumaße; Fakultäten und BinomialkoeffizientenLogarithmen, Wurzelgleichungen, Quadratische Gleichungen, Polynome, Gleichungssysteme, Potenzfunktionen, Funktionen, Ableitung, Wachstumsmodelle, Kombinatorik

Oberstufe und Abitur

Die gymnasiale Oberstufe gibt es in einer zweijährigen Form direkt nach Klasse 10 und, etwa an Gesamtschulen, mit einer vorgeschalteten Einführungsphase. Die Einführungsphase bringt alle auf die Niveaustufe H und ergänzt unter anderem lineare Gleichungssysteme mit drei Variablen, Sinus- und Kosinussatz, die Sinusfunktion und mehrstufige Zufallsexperimente. Danach folgen vier Kurshalbjahre auf grundlegendem Niveau (Grundkurs) oder erhöhtem Niveau (Leistungskurs). In Brandenburg gilt der Fachteil seit 2022/23 für die Einführungsphase und seit 2023/24 für die Qualifikationsphase, der Berliner Fachteil seit 2014.

Mathematik in der Qualifikationsphase in Berlin und Brandenburg
KurshalbjahreInhalte laut Lehrplan (Grundkurs; Leistungskurs zusätzlich)Hier erklärt und geübt
Q1: Analysis, lineare AlgebraGrenzwert, Differenzenquotient und Differentialquotient, Änderungsraten, Tangenten, Ableitungsregeln einschließlich Produkt- und Kettenregel, Monotonie, Extrem- und Wendepunkte, Funktionsgleichungen rekonstruieren, Extremalprobleme, Gauß-Verfahren. Leistungskurs: Funktionsscharen, Ortskurven, goniometrische GleichungenAbleitung, Kurvendiskussion, Steckbriefaufgaben, Extremwertaufgaben, Gleichungssysteme, Funktionenscharen
Q2: Analysis, StochastikOber- und Untersummen, bestimmtes Integral, Hauptsatz, Stammfunktionen, Flächeninhalte, Bestände aus Änderungsraten; Lage- und Streumaße, Binomialverteilung, Urnenmodelle, bedingte Wahrscheinlichkeit mit Vierfeldertafel und Satz von Bayes. Leistungskurs: Integration mit Logarithmus- und Wurzelfunktionen, uneigentliche IntegraleIntegralrechnung, Integrale üben, Statistik, Binomialverteilung, Bedingte Wahrscheinlichkeit, Hypergeometrische Verteilung
Q3: Analytische GeometrieVektoren, lineare Abhängigkeit, Skalarprodukt, Geraden und Ebenen in Parameter-, Koordinaten- und Normalenform, Lagebeziehungen, Schnittpunkte, Winkel, Abstände von Punkt zu Ebene und zwischen Ebenen. Leistungskurs: Abstand Punkt-Gerade und windschiefer Geraden, Scharen, Schnitt zweier EbenenVektoren, Geraden im Raum, Ebenen im Raum, Abstände im Raum, Vektoren üben, Ebenen üben
Q4: Vertiefung, VerknüpfungKomplexe Aufgaben aus Analysis, Stochastik und Geometrie, Schätzen aus Stichproben mit k-σ-Regeln. Leistungskurs: Rotationskörper, Hypothesentests mit Fehlern 1. und 2. Art, Normalverteilung als Grenzfall der BinomialverteilungRotationskörper, Hypothesentest, Normalverteilung, Konfidenzintervalle

Für das Abitur nennt der Plan außerdem verbindliche Inhalte, die ohne digitale Werkzeuge und Formelsammlung beherrscht werden sollen.

Integrierte Sekundarschule, Oberschule und Gesamtschule

An allen Schulformen mit Klasse 7 bis 10 gelten dieselben Themenbereiche, aber andere Niveaustufen. In Berlin unterscheidet die Integrierte Sekundarschule ein grundlegendes Niveau (Klasse 7/8 auf D bis E, in Teilen F; Klasse 9/10 auf F, in Teilen G) und ein erweitertes Niveau (Klasse 7/8 auf E, in Teilen F; Klasse 9/10 auf F bis G).

In Brandenburg ordnet der Plan an der Oberschule zwei Wege zu. In EBR-Klassen und A-Kursen (erweiterte Berufsbildungsreife) liegen die Stufen in Klasse 7 bei D und E, in Klasse 8 bei E und F, in Klasse 9 bei F und in Klasse 10 bei F und G. In FOR-Klassen und B-Kursen (Fachoberschulreife) sind es E, dann E und F, dann F und G und in Klasse 10 die Stufe G. An Gesamtschulen werden grundlegende, erweiterte und vertiefte Bildung entsprechend den Kursen verbunden. Die passenden Lernseiten sind dieselben wie am Gymnasium, nur der Zeitpunkt und der Umfang unterscheiden sich.

So nutzen Sie diese Übersicht

Die Niveaustufen sagen, was gekonnt werden soll, und nicht, in welcher Reihenfolge es unterrichtet wird. Die Reihenfolge und die Anforderungen je Klasse legt das schulinterne Curriculum fest. Die Klassenangaben auf unseren Seiten sind Richtwerte. Wie unsere Lernseiten zu den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz passen, steht unter Bildungsstandards und Lehrpläne. Im Lernpfad sind alle Lernseiten geordnet verlinkt, und unter Arbeitsblätter finden Sie zu vielen Themen kostenlose Übungen mit Lösungen.

Quellen