Rechner · Klasse 6 bis Beruf

Mehrwertsteuerrechner: brutto, netto und Steuer berechnen

Der Mehrwertsteuerrechner rechnet Nettopreise in Bruttopreise um und zieht die Steuer richtig aus einem Bruttopreis heraus. Er kennt die Steuersätze in Deutschland, Österreich und der Schweiz, berücksichtigt Rabatt und Skonto und fasst ganze Rechnungen mit verschiedenen Steuersätzen zusammen.

So benutzt du den Mehrwertsteuerrechner

Wähle oben aus, was du kennst: den Nettopreis ohne Steuer, den Bruttopreis mit Steuer oder nur den Steuerbetrag. Gib den Betrag ein und wähle den Steuersatz. Für Deutschland sind das 19 % (Regelsatz) und 7 % (ermäßigter Satz, etwa für die meisten Lebensmittel und für Bücher). Im Bereich „Erweitert“ trägst du eine Stückzahl, einen Rabatt oder Skonto ein.

Mit „Rechnung mit mehreren Positionen“ rechnest du einen ganzen Kassenbon nach. Schreibe jede Position in eine eigene Zeile, zuerst die Bezeichnung, dann den Betrag und den Steuersatz, also zum Beispiel Kabel 12,99 19.

Netto und brutto: die Formeln

Der Nettopreis ist der Preis ohne Steuer, der Bruttopreis enthält die Steuer. Bei 19 % kommen zum Nettopreis 19 % hinzu. Der Bruttopreis ist also 119 % des Nettopreises:

Brutto=Netto·1,19Netto=Brutto:1,19

Beim ermäßigten Satz von 7 % lautet der Faktor 1,07. In Österreich (20 %) ist es 1,2, in der Schweiz (8,1 %) 1,081.

Die Steuer aus dem Bruttopreis herausrechnen

Der häufigste Fehler: Wer die Steuer aus 119 € herausrechnen will und einfach 19 % von 119 € abzieht, erhält 22,61 € statt 19 €. Die 19 % beziehen sich auf den Nettopreis, nicht auf den Bruttopreis. Im Bruttopreis steckt die Steuer mit dem Anteil 19/119, das sind etwa 15,97 %.

Beispiel: Ein Einkauf für 100 € brutto enthält 100 € · 19 : 119 ≈ 15,97 € Steuer. Netto sind es 84,03 €. Diese Rechnung steckt hinter dem Modus „Bruttopreis“ im Rechner.

Runden auf Cent und Rechnungen mit zwei Steuersätzen

Steuerbeträge werden auf ganze Cent gerundet, ab einem halben Cent wird aufgerundet. Auf Rechnungen und Kassenbons berechnet man die Steuer meist nicht für jede Position einzeln, sondern für die Summe aller Positionen mit demselben Steuersatz. Deshalb kann die Summe der Einzelwerte um einen Cent von der Gesamtsteuer abweichen. Der Rechner zeigt beides: die Zusammenfassung je Steuersatz und die einzelnen Positionen.

Rabatt und Skonto sind ebenfalls Prozentangaben. Weil alle Schritte Multiplikationen sind, ist die Reihenfolge egal: 10 % Rabatt auf 200 € netto ergeben 180 € netto und 214,20 € brutto, genau wie 10 % Rabatt auf 238 € brutto.

Aus der Geschichte: vom Zehnten zur Mehrwertsteuer

Steuern als fester Anteil sind uralt. Im Mittelalter mussten Bauern vielerorts den „Zehnten“ abgeben, also 10 % ihrer Ernte. Die Mehrwertsteuer in ihrer heutigen Form entwickelte der französische Finanzbeamte Maurice Lauré, Frankreich führte sie 1954 ein. In der Bundesrepublik gilt sie seit dem 1. Januar 1968, damals mit 10 %. Seit 2007 beträgt der Regelsatz 19 %. Der Name verrät das Prinzip: Jede Stufe der Herstellung zahlt Steuer nur auf den Wert, den sie hinzufügt, am Ende trägt die Kundin oder der Kunde den vollen Satz auf den Endpreis. Wie man mit Prozenten rechnet, erklärt das Kapitel Prozentrechnung, Rabatt und Skonto stehen unter Kaufmännisches Rechnen.

Häufige Fragen

Ist Mehrwertsteuer dasselbe wie Umsatzsteuer?

Ja. Im Gesetz heißt sie Umsatzsteuer, im Alltag meist Mehrwertsteuer. Gemeint ist dieselbe Steuer.

Warum kann ich nicht einfach 19 % vom Bruttopreis abziehen?

Weil die 19 % auf den Nettopreis aufgeschlagen wurden. Der Bruttopreis ist schon größer, 19 % davon sind zu viel. Richtig ist: durch 1,19 teilen. Aus 119 € werden so 100 €, nicht 96,39 €.

Welche Produkte haben in Deutschland 7 %?

Vor allem die meisten Lebensmittel, Bücher und Zeitungen, Fahrkarten im Nahverkehr und Eintritt für viele Kulturveranstaltungen. Getränke wie Saft oder Mineralwasser und Speisen im Restaurant haben dagegen meist 19 %. Im Einzelfall gilt das Umsatzsteuergesetz.

Rechnet der Rechner auch mit anderen Steuersätzen?

Ja. Wähle „eigener Steuersatz“ und trage den Prozentsatz ein, zum Beispiel 16 % für die vorübergehende Senkung im zweiten Halbjahr 2020.