Mathematik lernen · Klasse 4–8

Maya-Zahlen

Mit Punkt, Strich und Muschel schrieben die Maya jede Zahl. Hier lernst du, Maya-Zahlen zu lesen, in unsere Zahlen umzurechnen und zu addieren, und übst mit Aufgaben samt Lösungen.

Maya-Zahlen
Bild: sarang, Public domain · Wikimedia Commons

Die Maya-Zahlen sind ein Zahlensystem mit nur drei Zeichen: Ein Punkt steht für 1, ein Strich für 5 und eine Muschel für 0. Eine Stufe zeigt die Zahlen von 0 bis 19. Größere Zahlen schreibst du in mehreren Stufen übereinander, denn die Maya zählten in Zwanzigern.

Hier lernst du, Maya-Zahlen zu lesen und zu schreiben, sie in unsere Zahlen umzurechnen und zurück und mit ihnen zu addieren. Zum Üben gibt es Aufgaben mit Lösungen. Wer die Maya waren, wie ihr Kalender funktionierte und warum ihre Null berühmt ist, steht bei Mathematik der Maya. Wie Zahlensysteme allgemein aufgebaut sind, erklärt Zahlensysteme.

Die drei Zeichen: Punkt, Strich und Muschel

Ein Punkt bedeutet 1. Fünf Punkte brauchen viel Platz, darum gibt es den Strich für 5. Für die Null zeichneten die Maya eine Muschel. Damit schreibst du jede Zahl von 0 bis 19.

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19
Die Maya-Ziffern von 0 bis 19.
Die Ziffern 0 bis 19: wie viele Striche und Punkte?
ZahlStrichePunkteZahlStrichePunkte
0Muschel1020
1011121
2021222
3031323
4041424
5101530
6111631
7121732
8131833
9141934

Stellenwerte: Stufe für Stufe von unten nach oben

In unserer Zahl 345 haben die Stellen die Werte 1, 10 und 100. Bei den Maya heißen die Stellen Stufen. Jede Stufe ist 20-mal so viel wert wie die darunter. Ganz unten stehen die Einer, darüber die Zwanziger, dann die Vierhunderter (20 · 20) und die Achttausender (20 · 20 · 20), also die Potenzen von 20. Die höchste Stufe steht oben.

Die Muschel hält eine Stufe frei. Ein Punkt über einer Muschel ist 1 · 20 + 0 = 20. Ohne die Muschel würde der einzelne Punkt nur 1 bedeuten. Darum ist die Null in einem Stellenwertsystem so wichtig.

Reines Zwanzigersystem und Kalenderzählung

Fast alle erhaltenen Maya-Zahlen sind Zeitangaben im Kalender (Lange Zählung). Dort zählt die dritte Stufe nicht 400, sondern 360: 18 Winal zu je 20 Tagen ergeben ein Tun von 360 Tagen, ungefähr ein Jahr. Danach geht es wieder mit 20 weiter.

Stellenwerte: reines Zwanzigersystem und Kalenderzählung
Stufe (von unten)reines ZwanzigersystemKalenderzählung
111 (K’in)
22020 (Winal)
3400 (20 · 20)360 (18 · 20), Tun
48.0007.200 (K’atun)
5160.000144.000 (B’ak’tun)

Die Zeichen sind dieselben, nur die Werte der höheren Stufen unterscheiden sich. Die Stufen 2 | 10 | 0 bedeuten im reinen System 2 · 400 + 10 · 20 = 800 + 200 = 1.000, in der Kalenderzählung aber 2 · 360 + 10 · 20 = 920. Für 1.000 Tage brauchst du dort 2 | 14 | 0. Wir rechnen auf dieser Seite im reinen Zwanzigersystem, außer wo „Kalender“ steht.

Maya-Zahlen umrechnen: in beide Richtungen

Von der Maya-Zahl zu unserer Zahl

  1. Lies jede Stufe einzeln: Striche mal 5 plus Punkte.
  2. Schreibe den Stellenwert dazu: von unten 1, 20, 400, …
  3. Multipliziere jede Stufe mit ihrem Stellenwert und addiere.
× 400 × 20 × 1 45 100 365 1.000
Die Zahlen 45, 100, 365 und 1.000 als Maya-Stapel, links die Stellenwerte.

Von unserer Zahl zur Maya-Zahl

Teile die Zahl immer wieder durch 20 und notiere jeweils den Rest. Der erste Rest gehört in die unterste Stufe, der nächste eine Stufe höher. Du hörst auf, wenn das Ergebnis 0 ist. Dasselbe Divisionsrestverfahren benutzt du beim Binärsystem. Jeder Rest ist eine Zahl von 0 bis 19, die du als Punkte und Striche zeichnest.

365 in Maya-Zahlen umrechnen
RechnungRestStufe (von unten)
365 : 20 = 1851
18 : 20 = 0182

Von 365 bleiben die Reste 5 (unten) und 18 (oben): unten 1 Strich, oben 3 Striche und 3 Punkte. Probe: 18 · 20 + 5 = 365.

1.000 in Maya-Zahlen umrechnen
RechnungRestStufe (von unten)
1.000 : 20 = 5001
50 : 20 = 2102
2 : 20 = 023

Von 1.000 bleiben die Reste 0, 10 und 2: unten die Muschel, in der Mitte 2 Striche, oben 2 Punkte. Probe: 2 · 400 + 10 · 20 + 0 = 1.000.

Maya-Zahlen bis 100 und bis 1.000

Bis 19 reicht eine Stufe. Ab 20 brauchst du zwei Stufen, ab 400 drei. Die obere Stufe zählt dabei, wie oft die 20 hineinpasst. Bei 99 sind das 4 Zwanziger und 19 Einer: oben 4 Punkte, unten 3 Striche und 4 Punkte.

20 30 40 50 60 70 80 90 99 100
Maya-Zahlen von 20 bis 100, oben die Zwanziger, unten die Einer.

Du erkennst ein Muster: Alle Vielfachen von 20 haben unten die Muschel, die Zahlen 30, 50, 70 und 90 haben unten zwei Striche. Die Tabelle zeigt die Zahlen von 20 bis 1.000 mit Rechnung. In der Spalte „Stufen“ stehen die Ziffern der Stufen von oben nach unten.

Maya-Zahlen von 20 bis 1.000: Stufen von oben nach unten
ZahlRechnungStufen (oben | unten)
201 · 20 + 01 | 0
301 · 20 + 101 | 10
402 · 20 + 02 | 0
502 · 20 + 102 | 10
603 · 20 + 03 | 0
703 · 20 + 103 | 10
804 · 20 + 04 | 0
904 · 20 + 104 | 10
1005 · 20 + 05 | 0
20010 · 20 + 010 | 0
30015 · 20 + 015 | 0
39919 · 20 + 1919 | 19
4001 · 400 + 0 · 20 + 01 | 0 | 0
5001 · 400 + 5 · 20 + 01 | 5 | 0
8002 · 400 + 0 · 20 + 02 | 0 | 0
1.0002 · 400 + 10 · 20 + 02 | 10 | 0

Wie weit eine bestimmte Stufenzahl reicht, zeigt die zweite Tabelle. Mit vier Stufen schreibst du schon jede Zahl bis 159.999.

Wie viele Stufen brauchst du?
Stufengrößte Zahl
119 (19)
2399 (19 | 19)
37.999 (19 | 19 | 19)
4159.999 (19 | 19 | 19 | 19)

Tabelle: alle Maya-Zahlen von 1 bis 100

Hier stehen alle Zahlen von 1 bis 100 in Maya-Ziffern. Die Einer stehen immer unten, ab 20 kommt die Zwanzigerstufe darüber. Mit dem Knopf über der Abschnittsüberschrift druckst du die Tabelle aus.

123456789101112131415161718192021222324252627282930313233343536373839404142434445464748495051525354555657585960616263646566676869707172737475767778798081828384858687888990919293949596979899100
Die Maya-Zahlen 1 bis 100. Unten die Einerstufe (0 bis 19), darüber die Zwanzigerstufe.
1002003004005006007008009001000
Die Hunderter bis 1.000. Ab 400 braucht man eine dritte Stufe: 400 = 1 | 0 | 0, 1.000 = 2 | 10 | 0.

Addieren mit Maya-Zahlen

Die Maya-Schrift eignet sich gut zum Addieren. Du schiebst die Punkte und Striche beider Zahlen zusammen, Stufe für Stufe von unten nach oben, und bündelst dann neu: 5 Punkte werden 1 Strich, und 4 Striche werden 1 Punkt in der nächsthöheren Stufe. Beim Subtrahieren nimmst du Zeichen weg und tauschst bei Bedarf einen Strich gegen 5 Punkte.

Maya-Zahlen mit dem Umrechner prüfen

Zum Nachrechnen gibt es den Zahlensysteme-Umrechner. Gib eine Zahl ein, zum Beispiel 365. Unter dem Ergebnis zeigt er, wie die Maya sie schrieben: mit den Stufen (hier 18 | 5), den Stufenwerten und mit Punkten, Strichen und Muschel. Du kannst auch die Basis 20 wählen. Dann stehen Ziffern über 9 als Buchstaben: A ist 10, B ist 11 und so weiter bis J für 19. Aus 365 wird I5, aus 1000 wird 2A0. Den Rechenweg übst du trotzdem von Hand.

Typische Fehler

Übungen mit Lösungen

× 400 × 20 × 1 a) b) c) d)
Aufgabe 1 von Übung 1: Welche Zahlen sind das?

Woher die Maya-Zahlen kommen

Die Maya schrieben ihre Zahlen auf Steinstelen, Gefäße und in Faltbücher aus Rindenpapier. Punkt-Strich-Zahlen und die Lange Zählung gab es in Mesoamerika schon vor der Blütezeit der Maya-Städte, das früheste bekannte Datum der Langen Zählung stammt von der Stele 2 von Chiapa de Corzo und entspricht dem Jahr 36 v. Chr. Alles über Kalender, Null und Dresdner Codex steht bei Mathematik der Maya. Kindgerecht erklärt es die Station 6 der Kinderseite, Lehrkräfte finden einen Stundeneinstieg. Ein anderes Stellenwertsystem zeigen die babylonischen Zahlen, ganz ohne Stellenwert kommen die ägyptischen Zahlen aus.

Diese Seite gibt es auch auf Spanisch (Números mayas) und auf Englisch (Mayan numbers).

Häufige Fragen

Wie rechnet man Maya-Zahlen um?

Von der Maya-Zahl zu unserer Zahl: Jede Stufe lesen (Striche mal 5 plus Punkte), mit ihrem Stellenwert 1, 20, 400, … multiplizieren und addieren. Umgekehrt teilst du die Zahl immer wieder durch 20 und zeichnest die Reste als Stufen, der erste Rest steht unten. Beispiele stehen im Abschnitt Umrechnen.

Wie schreibt man 20, 100 und 1.000 mit Maya-Zahlen?

20 ist ein Punkt über einer Muschel. 100 ist ein Strich über einer Muschel, denn 5 · 20 = 100. 1.000 sind die Stufen 2 | 10 | 0: oben 2 Punkte, in der Mitte 2 Striche, unten eine Muschel.

Was bedeuten Punkt, Strich und Muschel bei den Maya?

Ein Punkt ist 1, ein Strich ist 5 und die Muschel ist die Null. Die Zeichen einer Stufe werden addiert, in einer Stufe stehen höchstens 4 Punkte und 3 Striche.

Warum zählten die Maya im Zwanzigersystem?

Vermutlich, weil man mit Fingern und Zehen zählen kann. Belegt ist, dass auch die Zahlwörter der Maya-Sprachen auf 20 beruhen, im Yukatekischen heißt 20 zum Beispiel k’al.

Gibt es einen Maya-Zahlen-Rechner?

Ja. Der Zahlensysteme-Umrechner zeigt zu jeder eingegebenen Zahl, wie die Maya sie mit Punkten, Strichen und Muschel geschrieben hätten, und rechnet auf Wunsch in die Basis 20 um.

Wie weit kann man mit Maya-Zahlen zählen?

Beliebig weit. Mit jeder weiteren Stufe wird der Bereich 20-mal so groß: Mit drei Stufen schreibst du bis 7.999, mit vier bis 159.999.

Quellen und weiterführende Literatur

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