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Studium und SelbststudiumKapitelKap. 4: Algebra: Gruppen, Ringe, KörperLektion 2 von 5

Studium und Selbststudium · Kapitel 4: Algebra: Gruppen, Ringe, Körper

Homomorphismen, Normalteiler und Faktorgruppen

Alle Lektionen in Kapitel 4
  1. Gruppentheorie
  2. Homomorphismen, Normalteiler und Faktorgruppen
  3. Ringe und Körper
  4. Öffentlicher Schlüssel und RSA (Einführung)
  5. RSA und der Satz von Euler
Alle Kapitel von Studium und Selbststudium

Die Isomorphie vergleicht zwei Gruppen, die genau gleich gebaut sind. Oft ist die Beziehung lockerer: Eine Abbildung erhält die Verknüpfung, verliert dabei aber Information. Daraus entstehen die Homomorphismen und die Frage, wie man eine Gruppe „zusammenfaltet“. Die Antwort sind Normalteiler und Faktorgruppen.

Ein Homomorphismus schickt das neutrale Element auf das neutrale Element und Inverse auf Inverse. Beweis. Aus φ(e)=φ(e∘e)=φ(e)·φ(e) folgt nach Multiplikation mit φ(e)−1 die Gleichung φ(e)=eH. Dann ist φ(a)·φ(a−1)=φ(a∘a−1)=φ(e)=eH, also φ(a−1)=φ(a)−1. Der Kern ist eine Untergruppe von G und das Bild eine Untergruppe von H. Außerdem gilt: φ ist genau dann injektiv, wenn ker⁡φ={e}. Ist nämlich φ(a)=φ(b), dann ist φ(a∘b−1)=eH, also a∘b−1∈ker⁡φ, und bei trivialem Kern folgt a=b.

Vier Homomorphismen und ihre Kerne
AbbildungKernBild
x↦ex von (ℝ,+) nach (ℝ>0,·){0}ℝ>0 (Isomorphismus)
k↦kmodn von (ℤ,+) nach (ℤn,+)nℤ, die Vielfachen von nℤn
Vorzeichen sgn:Sn→{+1,−1}An, die geraden Permutationen{+1,−1} für n≥2
k↦kmod4 von ℤ12 nach ℤ4{0,4,8}ℤ4

Nebenklassen

Zu einer Untergruppe H≤G und einem Element g∈G heißt gH={g∘h:h∈H} die Nebenklasse von g. Zwei Nebenklassen sind entweder gleich oder disjunkt, und jede hat genau |H| Elemente, denn h↦g∘h ist eine Bijektion von H auf gH. Die Nebenklassen zerlegen also G in gleich große Teile, und es folgt der Satz von Lagrange: |G|=[G:H]·|H|, wobei der Index [G:H] die Zahl der Nebenklassen ist. In D3 zerlegen die drei Nebenklassen H, rH, r2H von H={e,sA} die sechs Elemente in drei Paare.

Normalteiler

Jeder Kern ist ein Normalteiler. Beweis. Für n∈ker⁡φ und g∈G gilt φ(g∘n∘g−1)=φ(g)·eH·φ(g)−1=eH, also liegt g∘n∘g−1 wieder im Kern. In einer abelschen Gruppe ist jede Untergruppe ein Normalteiler. Eine Untergruppe vom Index 2 ist immer normal, weil ihre Linksnebenklassen N und G∖N sind und ebenso die Rechtsnebenklassen. Daher ist N={e,r,r2} ein Normalteiler von D3. Die Untergruppe H={e,sA} ist dagegen kein Normalteiler: Wegen sA∘r=r−1∘sA ist r∘sA∘r−1=r2∘sA eine andere Spiegelung, die nicht in H liegt.

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Die Faktorgruppe

Ist N⊴G, dann bilden die Nebenklassen G/N={gN:g∈G} mit (aN)∘(bN)=(a∘b)N wieder eine Gruppe, die Faktorgruppe. Entscheidend ist, dass diese Verknüpfung nicht vom gewählten Vertreter abhängt (sie ist wohldefiniert). Gilt a′=an1 und b′=bn2 mit n1,n2∈N, so ist a′b′=an1bn2=ab·(b−1n1b)n2, und weil N normal ist, liegt b−1n1b in N. Also ist a′b′N=abN. Neutrales Element ist N, das Inverse von aN ist a−1N, und es gilt |G/N|=|G|/|N|. Beispiele: ℤ/nℤ=ℤn ist die Restklassengruppe, und D3/{e,r,r2} hat zwei Elemente, ist also isomorph zu ℤ2.

Beweis. Sei K=ker⁡φ und ψ(gK)=φ(g). Es gilt gK=g′K genau dann, wenn g−1g′∈K, das heißt genau dann, wenn φ(g)=φ(g′). Die Richtung „⇒“ zeigt, dass ψ wohldefiniert ist, die Richtung „⇐“ zeigt, dass ψ injektiv ist. Die Homomorphie folgt aus ψ(aK·bK)=φ(ab)=φ(a)φ(b), und das Bild von ψ ist φ(G). □

Anwendung: Das Vorzeichen liefert Sn/An≅{+1,−1}, also hat An genau n!/2 Elemente. Für n=3 sind das die drei Permutationen e und die beiden Dreierzyklen.

Diese Lektion stammt aus der Seite Gruppentheorie. Dort steht das Thema im Zusammenhang, mit Geschichte und häufigen Fragen.

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