Rechner · Oberstufe
Hypothesentest-Rechner: Ablehnungsbereich, Fehler und p-Wert
Der Rechner führt einen Signifikanztest mit der Binomialverteilung durch. Er bestimmt den Ablehnungsbereich für ein Signifikanzniveau, die tatsächliche Irrtumswahrscheinlichkeit, auf Wunsch den Fehler 2. Art und für ein beobachtetes Ergebnis den p-Wert.
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So benutzt du den Rechner
Gib den Stichprobenumfang n, die Wahrscheinlichkeit p₀ aus der Nullhypothese und das Signifikanzniveau α ein und wähle, ob rechts-, links- oder beidseitig getestet wird. Der Rechner bestimmt daraus den Ablehnungsbereich. Trägst du die beobachtete Trefferzahl k ein, entscheidet er und nennt den p-Wert. Mit einer vermuteten wahren Wahrscheinlichkeit p₁ berechnet er zusätzlich den Fehler 2. Art.
Ein Beispiel: Ist die Münze gezinkt?
Jemand vermutet, dass eine Münze zu oft Kopf zeigt. Nullhypothese: Die Münze ist fair, p = 0,5. Getestet wird mit 100 Würfen auf dem Niveau 5 %, rechtsseitig, denn nur viele Köpfe sprechen gegen H₀. Gesucht ist die kleinste Zahl c, für die P(X ≥ c) höchstens 5 % ist. Es ist P(X ≥ 59) ≈ 0,0443, aber P(X ≥ 58) ≈ 0,0666. Der Ablehnungsbereich ist also {59; …; 100}. Bei 59 oder mehr Köpfen wird H₀ verworfen, und die Wahrscheinlichkeit, eine faire Münze dabei zu Unrecht zu verdächtigen, beträgt 4,43 %.
Ist die Münze in Wahrheit so gezinkt, dass p = 0,6 ist, fällt das Ergebnis trotzdem mit etwa 37,75 % außerhalb des Ablehnungsbereichs. Das ist der Fehler 2. Art: H₀ wird beibehalten, obwohl sie falsch ist. Die Güte des Tests, also die Chance, die gezinkte Münze zu entdecken, liegt bei 62,25 %.
Fehler 1. und 2. Art
| H₀ ist wahr | H₀ ist falsch | |
|---|---|---|
| H₀ wird verworfen | Fehler 1. Art (höchstens α) | richtige Entscheidung |
| H₀ wird beibehalten | richtige Entscheidung | Fehler 2. Art (β) |
Beim beidseitigen Test mit n = 100 und p₀ = 0,5 teilt der Rechner α auf beide Seiten auf und erhält den Ablehnungsbereich {0; …; 39} ∪ {61; …; 100}. Die tatsächliche Irrtumswahrscheinlichkeit ist dann 3,52 %.
Der p-Wert
Der p-Wert ist die Wahrscheinlichkeit, unter H₀ ein so extremes oder noch extremeres Ergebnis zu erhalten wie das beobachtete. Ist er kleiner als α, wird H₀ verworfen. Beispiel: Ein Hersteller gibt an, dass 20 % seiner Kunden reklamieren. Unter 50 Kunden reklamieren nur 5. Linksseitig getestet ist P(X ≤ 5) ≈ 4,8 %, also kleiner als 5 %: Die Angabe 20 % wird auf diesem Niveau verworfen.
Wie man einen Hypothesentest Schritt für Schritt aufstellt, erklärt die Lernseite Hypothesentest. Einzelne Wahrscheinlichkeiten der Binomialverteilung berechnet der Binomialverteilung-Rechner, Übungen gibt es auf dem Arbeitsblatt Hypothesentest.
Häufige Fragen
Warum ist die tatsächliche Irrtumswahrscheinlichkeit kleiner als α?
Die Binomialverteilung springt in Stufen. Meist gibt es keine Grenze, bei der die Wahrscheinlichkeit genau α ist. Der Rechner wählt den größten Ablehnungsbereich, der α nicht überschreitet.
Beweist ein Test, dass die Nullhypothese falsch ist?
Nein. Ein Test liefert nur eine Entscheidung mit kontrollierter Irrtumswahrscheinlichkeit. Auch eine beibehaltene Nullhypothese ist nicht bewiesen, sie wurde nur nicht widerlegt.
Wann teste ich einseitig, wann beidseitig?
Einseitig, wenn nur Abweichungen in eine Richtung interessieren, etwa „zu viele Köpfe“. Beidseitig, wenn jede Abweichung von p₀ zählt. Die Richtung muss vor dem Versuch feststehen.
